Akzent - Petition «Haus der Stille»: Jetzt die Planung sichern
Die Freien Wähler Düdingen lancieren eine Petition für ein konfessionsneutrales «Haus der Stille» auf dem Friedhof Chännelmatte und fordern, dass die Gemeinde die Planung endlich in die Legislaturziele 2027-2031 und in die Finanzplanung aufnimmt.
- Schwerpunkt
- Soziales + Zusammenhalt
- Zeitrahmen
- Personen
- Nathalie

Die Petition
Die Freien Wähler Düdingen lancieren eine Petition für ein konfessionsneutrales «Haus der Stille» auf dem Friedhof Chännelmatte. Sie fordern die Gemeinde auf, die Planung eines neutralen Abschieds- und Aufbahrungsorts in die Legislaturziele 2027-2031 sowie in die langfristige Finanzplanung aufzunehmen.
Die Petition kann online über die Plattform Campax unterzeichnet werden. Angestrebt sind 700 Unterschriften; die gesammelten Signaturen sollen dem Gemeinderat am 7. Oktober 2026 übergeben werden.
Ausgangslage
Das Bestattungswesen ist Aufgabe der politischen Gemeinde. Die heutige Infrastruktur stützt sich historisch auf die Aufbahrungshalle bei der katholischen Kirche. Für Abschiede ausserhalb der Kirchen müssen sich die Trauerfamilien bislang selbst organisieren; ein konfessionsneutraler, gemeindeeigener Ort fehlt.
Der Bedarf ist nicht neu und wurde mehrfach anerkannt: 2007 erstmals beim Gemeinderat eingebracht, 2017 mit einer Motion von Brigitte Giroud und André Schneuwly aufgegriffen und anschliessend von einer eigens eingesetzten Fachkommission bestätigt. Die Kommission empfahl ausdrücklich den Bau einer konfessionsneutralen Abdankungs- und Aufbahrungsinfrastruktur beim Friedhof Chännelmatte.
Das Projekt war Bestandteil der Immobilienstrategie 2030. In der 2025 revidierten Prioritätenliste wurde der Planungsbeginn (Start SIA-Phase 1) jedoch erst für das Jahr 2040 vorgesehen. Damit droht ein seit Jahren anerkanntes Bedürfnis erneut hinausgeschoben zu werden.
Warum jetzt handeln?
- Bedarf mehrfach bestätigt
- Fachkommission empfahl Neubau
- Gesellschaftlicher Wandel
- Würde aller Einwohnenden
- Keine Frage der Religion
Die Gemeinde kümmert sich nicht bloss um das gesetzlich definierte Friedhofwesen, sondern betrachtet ein Begräbnis mit Aufbahrung, Abdankung und Bestattung als ein Ganzes. Das Konzept der breit aufgestellten Arbeitsgruppe war klar.

Generalrätin
- Gehören keiner Landeskirche an (2025)
- 41%
- Verschobener Planungsstart (Revision 2025)
- 2040
Was die Petition verlangt
Die Petition verlangt konkret:
- Aufnahme des Projekts in die Legislaturziele 2027-2031
- Berücksichtigung der nötigen Mittel in der langfristigen Investitions- und Finanzplanung
- Aufnahme der nächsten Planungsschritte statt Verschiebung auf 2040
Über Umfang, Ausgestaltung und Finanzierung würde zu einem späteren Zeitpunkt separat entschieden. Es geht jetzt darum, dass das anerkannte Bedürfnis nicht länger aufgeschoben wird.
Gesellschaftliche Entwicklung
Die religiöse und weltanschauliche Vielfalt in Düdingen nimmt zu. Rund 41 Prozent der Bevölkerung gehören keiner der beiden Landeskirchen an, Tendenz steigend; 2019 lag dieser Anteil noch bei rund einem Fünftel.
Bei immer mehr jüngeren Menschen besteht zudem der Wunsch nach Alternativen zu klassischen Feiern, um Verstorbene in einem gebührenden Rahmen verabschieden zu können. Und für Menschen mit anderen Religionen fehlt bislang ein Angebot. Die öffentliche Infrastruktur sollte dieser Entwicklung Rechnung tragen.
Das Konzept
Standort: Friedhof Chännelmatte
Aufbahrung:
- 3 gekühlte Aufbahrungsräume in separaten, geschlossenen Räumen
- Vorraum mit Sitzgelegenheiten
- Flexible, religiös oder säkular nutzbare Gestaltung
- Notwendige Nebenräume (WC, Umkleide, Lager)
Abdankung:
- Raum für rund 100 Personen
- Konfessionsneutrale Gestaltung
- Technische Infrastruktur für verschiedene Zeremonien
Gestaltung:
- Architektonisch schlicht und würdevoll
- Ohne fixe religiöse Elemente, aber mit Möglichkeit zur temporären Gestaltung
- Eingefügt in die Landschaft des Friedhofs
Die bestehende Aufbahrungshalle bei der katholischen Kirche bleibt erhalten und kann weiterhin für kirchliche Abdankungen genutzt werden. Das Haus der Stille ersetzt die Kirchen nicht - es ergänzt das Angebot und schafft Wahlfreiheit für alle.
Vergleichbare Projekte
Düdingen wäre kein Einzelfall: In Flamatt wurde 2024 ein konfessionsneutrales Friedhofsgebäude errichtet, und auch in Tafers wird derzeit über eine ähnliche Lösung diskutiert. Andere Gemeinden der Region reagieren bereits auf den gesellschaftlichen Wandel.
Jetzt unterschreiben
Das Haus der Stille ist kein Prestigeprojekt und keine Frage der Religion. Es geht um einen würdigen Ort des Abschieds für alle Düdingerinnen und Düdinger, unabhängig von Religion, Konfession oder Weltanschauung.
Die Gemeinde hat den Bedarf mehrfach anerkannt. Jetzt ist es an der Zeit, die nächsten Schritte einzuleiten. Unterstützen Sie die Petition mit Ihrer Unterschrift auf Campax.