Akzent - Die Ortsdurchfahrt Düdingen
Die Ortsdurchfahrt Düdingen erfüllt heute mehrere Funktionen gleichzeitig: Verkehrsachse, Schulweg, Geschäftszone, Wohngebiet. Ein integriertes Konzept adressiert diese Mehrfachnutzung systematisch.
- Schwerpunkt
- Infrastruktur + Mobilität
- Zeitrahmen
- Personen
- Jano

Ausgangslage
Die Ortsdurchfahrt Düdingen erfüllt heute mehrere Funktionen gleichzeitig: Verkehrsachse, Schulweg, Geschäftszone, Wohngebiet. Diese Überlagerung führt zu messbaren Defiziten in allen Bereichen.
Die Aufwertung der Ortsdurchfahrt, VALTRALOC, adressiert diese Mehrfachnutzung. Es ist Teil des 3. Agglomerationsprogramms und wird zu 75% von Bund, Kanton und Agglomeration finanziert. Die Nettokosten für Düdingen betragen ca. 2,8 Mio. CHF bei Gesamtkosten von 10,4 Mio. CHF. Der Baustart muss bald erfolgen, sonst verfallen die Bundesmittel von über 3 Mio. CHF.
Massnahmen
- Verkehrsdosierung
- Raumgestaltung
- Querungshilfen
- Geschwindigkeitsreduktion (Ortskern)
- Begrünung
Die Ortsdurchfahrt ist weit mehr als eine Verkehrsachse. Sie ist das Herzstück unseres Dorfes – dort, wo wir leben, arbeiten, einkaufen und unsere Kinder zur Schule schicken. Wir haben die Chance, diesen Raum grundlegend aufzuwerten.

Generalrat, Fraktionspräsident
- Lärmreduktion
- 3–5 dB
- Mehrfahrzeit auf 900m
- 40 Sek.
- Kürzerer Bremsweg
- 8 Meter
- Externe Finanzierung
- 75%
Vier Wirkungsebenen
Verkehrssicherheit
Die Physik ist eindeutig: Bei 30 km/h beträgt der Bremsweg 5 Meter, bei 50 km/h sind es 13 Meter. Die kinetische Energie bei einem Aufprall entspricht einem Sturz aus 3,5 bzw. 10 Metern Höhe. Für vulnerable Verkehrsteilnehmende (Kinder, Senioren, Velofahrende) macht dieser Unterschied statistisch nachweisbar den Unterschied zwischen leichten und schweren Verletzungen.
Mittelstreifen funktionieren als Querungshilfen nach dem Zwei-Phasen-Prinzip: Die zu überwindende Distanz wird halbiert, die kognitive Belastung reduziert.
Immissionsschutz
Die aktuelle Lärmbelastung überschreitet gemäss Bundesamt für Umwelt die Grenzwerte für Wohnzonen (tags und nachts). Eine Reduktion der Fahrgeschwindigkeit von 50 auf 30 km/h senkt den Lärmpegel um 3-5 Dezibel. Dies entspricht einer wahrgenommenen Halbierung der Lautstärke.
Ohne Massnahmen sind Eigentümer gesetzlich verpflichtet, in Schallschutzfenster zu investieren – eine teurere Alternative bei geringerer Lebensqualität.
Raumnutzung
Die Aufwertung der Strassenräume folgt etablierten Prinzipien der Siedlungsentwicklung nach innen. Begrünte Zonen verbessern das Mikroklima messbar (Temperaturreduktion im Sommer, Feinstaubfilterung). Die Gestaltung schafft definierte Aufenthaltsbereiche – insbesondere der geplante Dorfplatz bei der Kirche.
Für das Gewerbe bedeuten attraktive Aussenräume erwiesenermassen höhere Kundenfrequenz, längere Verweildauer und gesteigerte lokale Kaufkraft.
Verkehrsfluss
Das Dosierungssystem reguliert die Verkehrsmenge zu Spitzenzeiten. Der Rückstau wird auf unsensible Abschnitte verlagert. Im Ortskern entsteht ein gleichmässigerer Verkehrsfluss ohne Stop-and-Go-Effekte.
Die Mehrfahrzeit bei 30 km/h auf dem 900-Meter-Abschnitt beträgt maximal 40 Sekunden. Die Durchflussmenge bleibt bei konstantem Verkehr nahezu identisch.
Planungsgrundlage
Das Konzept basiert auf:
- 20 Jahren Vorarbeiten und Studien
- Bewährten Umsetzungen in vergleichbaren Gemeinden (Köniz, Thun, mehrere Freiburger Orte)
- Workshops mit Fachexperten und Interessengruppen
- Genehmigung durch Kanton und Agglomerationsprogramm
Die technischen Parameter sind erprobt, die Wirkungen dokumentiert.
Kosten-Nutzen-Betrachtung
Aktuelles Projekt:
- Gesamtkosten: 10,4 Mio. CHF
- Externe Finanzierung: 7,6 Mio. CHF (73%)
- Nettokosten Düdingen: 2,8 Mio. CHF
Alternative Szenarien:
- Status quo: Fortsetzung der Grenzwertüberschreitungen, keine Verbesserungen, Verlust der Bundesgelder
- Neues Projekt (frühestens ab 2032): Ungesicherte Finanzierung, keine Bundesmittel garantiert, deutlich höhere Eigenkosten
Zeitliche Rahmenbedingungen
Der Baustart muss bald erfolgen. Die Fristen sind nicht verhandelbar und werden durch das Agglomerationsprogramm vorgegeben. Eine Verschiebung bedeutet:
- Verlust der 35% Bundesfinanzierung (>3 Mio. CHF)
- Neustart im Agglomerationsprogramm 6. Generation (frühestens 2032-2036)
- Keine Garantie für erneute Genehmigung oder vergleichbare Finanzierung
Fazit
Die Ortsdurchfahrt ist ein multifunktionaler Raum, der einer integrierten Lösung bedarf. Das vorliegende Projekt adressiert Verkehr, Sicherheit, Immissionsschutz, Städtebau und Wirtschaftlichkeit in einem kohärenten Gesamtkonzept.
Die Alternative ist keine bessere Planung, sondern der Status quo mit seinen dokumentierten Defiziten – bei gleichzeitigem Verlust der verfügbaren Finanzierung.