Familienergänzende Betreuung: Tarife, Auslastung und Planung
von Nathalie, Generalrätin
Stellungnahme zur Situation familienergänzende Betreuung
Werte Anwesende
Es ist wieder ein Jahr vorüber, die Planung für das neue Schuljahr läuft in vollem Gange und ich melde mich auch mal wieder zum Thema familienergänzende Betreuung.
Wir haben nun endlich eine Hochrechnung der Bedarfszahlen (Microgys-Studie) für die vor- und ausserschulische Betreuung in Düdingen. Und die effektiv verfügbaren Plätze für die ASB liegen weit unter diesen Zahlen. ABER wichtig ist aus meiner Sicht, nicht, dass wir Plätze zur Verfügung stellen, die rechnerisch nötig wären, sondern, dass die Plätze vorhanden sind für die effektiv ein Bedarf besteht. Deshalb habe ich mich gefreut dem Mitteilungsblatt zu entnehmen, dass ab Herbst 2025 neue Plätze im Wolfacker geschafft werden. Ich drücke jetzt mal fest die Daumen, dass somit dieses Jahr keinen Familien Absagen erteilt werden müssen und bereits weitsichtig für die nächsten Jahre (bevor das Schulhaus steht) geplant wird.
Gleichzeitig bereiten mir jedoch 2 Punkte Sorgen: die Erhöhung der Tarife und die kritischen Wortmeldungen zur Auslastung hier im Rat.
Zum ersten Punkt: Der Maximaltarif wird um 1 Franken angehoben. Ein Tag in der ASB kostet somit 139.40 für Kindergärtner und 154.70 für die älteren Kinder. Dies ist der Betrag, der von Eltern mit einem steuerbaren Einkommen über 150k bezahlt wird, welche keine Gemeindesubventionen erhalten. Wir liegen mit diesem Tarif über dem von umliegenden Gemeinden, wie zum Beispiel Wünnewil-Flamatt und der Stadt Fribourg. In Freiburg kann bis zu einem steuerbaren Einkommen von 216k ein Abzug geltend gemacht werden – aber selbst der Maximaltarif bei diesem Einkommen liegt 5.- unter dem von Düdingen. Ein Tag Betreuung in der KITA Balthasar ist günstiger als ein ganzer Tag in der ASB. Irgendwas stimmt doch hier nicht? Welches Sparpotential ist noch vorhanden?
Naheliegend, und hier komme ich zum zweiten Punkt, ist die Forderung nach einer besseren Auslastung der ASB. An der letzten Sitzung haben wir gehört, dass diese teilweise zu weniger als 50 Prozent ausgelastet ist. ABER Achtung! Wer daraus schliesst, dass dies auf den Bedarf zurückzuführen ist, liegt falsch. Es hat ganz einfach mit dem Stundenplan zu tun: so haben zum Beispiel am Dienstag- oder Mittwochvormittag nur die Kinder des 1. Bzw. 2. Kindergartens keinen Unterricht und sind auf Betreuungsplätze angewiesen. Mittagsmodule sind stark ausgelastet.
Wir werden voraussichtlich im September über ein neues Reglement der familienergänzenden Betreuung in Düdingen abstimmen, mir ist es aber wichtig dem Gemeinderat für die Ausarbeitung und dem Generalrat für die Beurteilung des Reglements ein paar Punkte mit auf den Weg zu geben:
- Es ist ein Muss, dass die nötigen Betreuungsplätze zur Verfügung stehen, dafür hat die Gemeinde zu sorgen.
- Die Betriebskosten sind tief zu halten und beim Betrieb der ASB muss wirtschaftlich gehandelt werden – Standortfragen, Moduleinteilungen etc. müssen unter diesem Aspekt beleuchtet werden.
- Die Kosten für die Eltern müssen gut im Auge behalten werden. Die Forderung nach einem kostendeckenden Tarif darf nicht zu spezifisch sein, sondern muss in einem volkswirtschaftlichen Kontext gedacht werden. Die ausserschulische Betreuung lohnt sich in Bezug auf die Vergrösserung des Steuersubstrats durch berufstätige Eltern.