Weiterführung des Ortsbusses in Düdingen

von Jano Fasel, Generalrat

Ganzheitliche Betrachtung statt isolierte Kostenanalyse

Der Ortsbus in Düdingen hat sich seit seiner Einführung zu einem wichtigen Bestandteil unserer lokalen Infrastruktur entwickelt. Die steigenden Nutzerzahlen mit einer stetigen Zunahme zeigen, dass das Angebot von der Bevölkerung angenommen wird. Beide Linien erfüllen bereits die Subventionierungskriterien des Kantons. Ich ermutige zur Gesamtheitlichen Betrachtung statt isolierter Kostenanalyse: Der Ortsbus darf nicht ausschliesslich nach Rentabilität beurteilt werden. Er ist eine strategische Investition mit vielfältigem Nutzen. Jeder in den ÖV investierte Franken generiert einen Multiplikator als volkswirtschaftlichen Mehrwert. Der Ortsbus garantiert ausserdem allen Bevölkerungsgruppen unabhängig von Alter, Einkommen oder körperlichen Einschränkungen Mobilität und gesellschaftliche Teilhabe.

Während die Kosten im Gemeindebudget transparent erscheinen, bleiben dieser Nutzen und die Opportunitätskosten – Folgekosten des Autoverkehrs – z.B. Umwelt- und Infrastrukturschäden, Gesundheitsbelastungen und Flächenverbrauch für Parkplätze – weitgehend unsichtbar.

Dass ein neues Verkehrsangebot anfänglich finanzielle Unterstützung benötigt, ist normal – die Nachfrage entwickelt sich durch ein verlässliches Angebot erst über Zeit.

Kurzfristige Effekte, unklare Zukunft

Ein kurzfristiges Sparen bei der ÖV-Finanzierung führt langfristig zu höheren gesellschaftlichen Kosten – eine Rechnung, die für Düdingen als lebenswerte Gemeinde nicht aufgehen kann. Mit Sorge sehen wir, dass für den Fahrplan 2026 eine Reduktion des Viertelstundentakts bei der Linie 12 vorgesehen ist. Diese Einschränkung, gerade zu den Randzeiten am Abend und am Wochenende, läuft dem Ziel eines attraktiven öffentlichen Verkehrsangebots entgegen. Ein letzter Bus um 19 Uhr am Wochenende schränkt die Nutzungsmöglichkeiten ein. Junge Menschen, die abends ausgehen, und Personen, die kulturelle Veranstaltungen besuchen, werden so vom Angebot ausgeschlossen.

Wie ich vorhin sagte: Nachfrage folgt dem Angebot. Ein ausgedünnter Fahrplan führt zu sinkenden Fahrgastzahlen, was wiederum als Argument für weitere Kürzungen dienen könnte – ein Teufelskreis, den wir vermeiden sollten - gerade, da Düdingen im Wachstum ist und Überbauungen wie der Brieglipark die Notwendigkeit eines Ortsbusses steigern. Die vorliegende Botschaft basiert auf Hypothesen.

Der Zeitpunkt ist verfrüht: Die Bestellung muss beim Kanton erst Ende Dezember 2025 erfolgen. Eine Dringlichkeit ist nicht erkennbar. Bestellung Ende 2025, Frist bis Sommer 2025 lässt sich stark relativieren. Entscheid an der Herbstsitzung (29. September 2025) würde reichen. Bis dahin mehr Infos über ARS und Kostenverteilschlüssel bekannt. Insgesamt ändert sich aber wahrscheinlich an diesem Verteiler nichts.

  • Verhandlung mit TPF: Nicht inkludiert. Klar ist, dass Expertise wegfällt und extern bezogen werden muss. Gemäss Experten werden die Kostenvorteile schnell dahinschmelzen.
  • Sparmassnahmen Kanton: Neu 50 statt 57% -> Auswirkungen unklar.
  • Frimobil: Die Zonen bleiben gleich, Tarife sind jedoch eine andere Sache.

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