Projektierungskredit Neubau Primarschulhaus Wolfacker
von Benedikt Fasel, Generalrat
Die Notwendigkeit eines neuen Schulhauses steht ausser Frage: Die bestehende Infrastruktur ist nicht mehr genügend, um alle Schüler:Innen zu unterrichten, und es fehlt auch an passenden und effizient nutzbaren Räumlichkeiten für die ausserschulische Betreuung. Das Siegerprojekt finden wir sehr schön und gelungen: damit erhalten wir eine super Schule mit allem Drum und Dran, das man sich wünschen könnte.
Wir verstehen aber auch den Unmut der SVP und können dies nachvollziehen. Der Gemeinderat hat keine Strategie für die Turnhallen, und verschiedenste Generalrät:innen haben schon öfters erfolglos versucht, Klarheit zu erhalten. Der Turnhallenbedarf einer eventuellen Sonderschule verkompliziert die Situation zusätzlich und schafft noch mehr Unsicherheiten und Eventualitäten. Trotzdem sollten wir jetzt endlich vorwärts machen und das Geschäft nicht noch weiter hinausschieben, wenn wir irgendwann ein neues Schulhaus haben möchten. Wir lehnen den Rückweisungsantrag der SVP ab.
Für die Detailausarbeitung möchten wir betonen, dass der modulare Aspekt des Gebäudes zentral ist. Die räumliche Unterteilung in den Schulbereich, den ASB-Bereich und die Turnhalle mit jeweils separaten Eingängen erlaubt eine Nutzung des Gebäudes auch ausserhalb der Schulzeiten, z. B. von unseren Vereinen. Wir möchten jedoch auch darauf hinweisen, dass es in einigen Jahren eine so grosse Schule wahrscheinlich nicht mehr braucht, es dafür an Infrastruktur für die alternde Bevölkerung fehlt. Wir wünschen uns deshalb eine weitsichtige Planung, die eine allfällige Umnutzung des Gebäudes in 20 bis 30 Jahren für andere Zwecke erlaubt, ohne dass dafür Millioneninvestitionen nötig sind.
Des Weiteren möchten wir auch darauf hinweisen, dass das Gebäude zwingend behindertengerecht gestaltet sein muss. Wichtige Punkte sind z. B. eine korrekte Neigung von Rampen, Tasten bei Liften und Türen, die mit Punktschrift beschriftet sind, gut sichtbare Treppenkanten und Leitlinien.
Die veranschlagten Gesamtkosten der Schule von 47 Millionen Franken sind sehr hoch, sind aber mit ähnlichen Projekten vergleichbar. Unsere Gemeindefinanzen sind hervorragend, und wir können uns dieses Projekt heute aus finanztechnischer Sicht problemlos leisten. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass wir in Düdingen einen Investitionsstau haben, der in der ablaufenden Legislatur definitiv länger geworden ist als der alljährliche Osterstau vor dem Gotthardtunnel. Aus dieser Sichtweise wäre es vielleicht gut gewesen, dass der Gemeinderat auch günstigere Alternativen angeschaut hätte und eine klare und aktuelle Immobilienstrategie vorzuweisen hätte. Schlussendlich ist es aber eine politische Entscheidung, ob wir die Schule so wollen, egal welche anderen Investitionen noch auf uns zukommen.
Unsere Fraktion unterstützt den Antrag des Gemeinderats einstimmig.